Wer des öfteren die Wiener U-Bahn benutzt, kennt ihn vielleicht schon:
Den eloquenten Zugführer, der die Tristesse seines Berufs durch unterhaltende Wortmeldungen ausgleicht. Während der Fahrt versteht sich. Und nicht nur für sich, in seinem „Cockpit“. Sondern mit eingeschaltetem Mikrofon, sodass alle Fährgäste ihm lauschen können.
Heute um ca. 19:00 war er wieder besonders redselig.
Zuerst ein Kommentar zu schlafenden Fahrgästen (U4: Stadtpark-Landstraße):
„Sehr geehrte Fahrgäste. Passen Sie bitte auf beim Verlassen des Zuges bzw. beim hinaus springen – denn wenn Sie geschlafen haben, wachen Sie vielleicht plötzlich auf und stellen fest, dass der Zug schon an ihrer Station hält.Denn erstens kann es passieren, dass sie bei zu schnellem Springen einen Bauchfleck machen, was ihr Gesicht in eine Knautschzone verwandeln würde.
Und zweitens können Sie mit dem Fuß in der Tür hängen bleiben und werden mitgeschleift. Mir wird das vielleicht den Job kosten, aber für Sie wird es wohl noch ein bisschen schlimmer enden.“
Dann eine „Ermahnung“ für einen Gast, der es wohl besonders eilig hatte: (U4: Landstraße-Schwedenplatz):
„An den Herren im vierten Waggon: Also, zur Erklärung für die anderen Fahrgäste, die das nicht gesehen haben. Der Herr ist in dem Moment, wo die Türen geschlossen haben, gerade in den Zug gesprungen und stand so genau in der Mitte.
Er hat dann noch wild gezappelt und gefuchtelt und es dann doch noch geschafft einzusteigen. Ich möchte Ihnen nur mitteilen, das war nicht der letzte Zug für heute, der fährt erst um 00:34″
Meine Meinung: Mehr davon! Denn mit seinem (schwarzen) Humor kann er jedem Fahrgast zumindest ein Lächeln entlocken und so werden die fremden Menschen mit oft z’widerem Blick, die von A nach B fahren, zu viel sympatischeren Subjekten